Quellensichtung vom 23. August 2026
Anlass und Kriterien
Geprüft wurde eine vom Nutzer zusammengestellte Link-Sammlung. Aufgenommen wurden Quellen, die mindestens eines der Forschungsfelder unmittelbar weiterbringen und deren Original hinreichend geprüft werden konnte. Maßgeblich waren thematische Nähe, ein eigenständiger Beitrag gegenüber der bestehenden Basis, Nachvollziehbarkeit und ein explizierbarer Evidenztyp. Ein Meinungsbeitrag kann relevant sein, wird aber nicht wie eine empirische Studie behandelt.
Aufgenommene Quellen
- Engstellen, Messung und organisationale Wirkung: ACM Queue zu acht GenAI-Mythen
- Komplexitätsverlagerung und Teamfähigkeiten: INNOQ zur verschobenen Komplexität
- Ownership und Harness-Pflege: INNOQ vom Vibe Coder zum Agentic Engineer
- Grenzen umfangreicher Spezifikationen: INNOQ zu versteckten Kosten von Spec-driven Development
- Neurahmung von Code und Lösung: Friedrichsen – It Has Never Been About Code
- Architektur- und Stakeholderfähigkeiten: Friedrichsen – The Essence of Architectural Work, Part 5
- Veränderung der Produktgrenze: Eisele zur Architektur AI-fähiger Produkte
- Reproduzierbare Evaluation von Modell, Prompt und Harness: Prime Radiant zu smevals
- Empirische Challenge für umfangreiche Kontextdateien: Gloaguen et al. zu AGENTS.md
- Detaillierter Projektfall zu Expertise, Design und kognitiven Kosten: Maganti über Syntaqlite
- Constraint-Verletzung und Specification Gaming: Påhlsson-Notini über weniger menschliche Agenten
- Grenzen agentischer GUI-Bedienung: Steelman Labs zu Computer Use
- AI-unabhängige Kontrollfolie für organisationsweite Qualität: Athalye über Softwarequalität
Bereits vorhandene Quellen und Dubletten
- INNOQ – Die neue Ökonomie der Softwareentwicklung war bereits aufbereitet.
- Böckeler – Harness Engineering war bereits aufbereitet.
- Morris – Humans and Agents in Software Engineering Loops war bereits aufbereitet und in der Linkliste doppelt enthalten.
- Agile Anarchy: What’s Left? war in der Linkliste ebenfalls doppelt enthalten; die englische und deutsche URL zu den versteckten SDD-Kosten bezeichnen denselben INNOQ-Beitrag.
Nicht als eigenständige Quelle aufgenommen
Thematisch nah, aber gegenüber stärkeren Quellen redundant oder vorerst zu schwach
- Almost No Skill Required to Cook a Steak illustriert die Bedeutung von Anforderungen, Tests, Feedback und Urteil, ergänzt die aufgenommenen Harness- und Fallstudien aber primär um eine Metapher.
- The Human Cost of 10x AI Productivity ist für kognitive Last relevant, kombiniert persönliche Erfahrung jedoch mit vielen zugespitzten Sekundärzahlen. Die Primärstudien sollten vor einer fachlichen Übernahme einzeln geprüft werden.
- A Month With OpenAI’s Codex ist ein umfangreicher positiver Praxisbericht. Der stärker dokumentierte und selbstkritische Syntaqlite-Bericht wurde zunächst als repräsentativer Fall ausgewählt.
- The Shifting Bottleneck Conundrum trifft das Thema direkt, ist aber eine sekundäre Anbieter-Synthese und überschneidet sich stark mit ACM Queue, DORA, METR, AWS und dem vorhandenen Ona-Modell.
- The AI Productivity Myth argumentiert vorwiegend makroökonomisch aus Unternehmensentscheidungen. Für Teamfähigkeiten und SDLC ist die ACM-Synthese direkter und evidenznäher.
- Agile Anarchy: What’s Left? konnte im Original nicht ausreichend geprüft werden und wird bis dahin nicht fachlich verwendet.
- Recovering Abstraction könnte als Hintergrund zu Abstraktionsfähigkeit relevant werden, war im Original aber nicht zugänglich und ist nicht spezifisch genug für die aktuelle Fragestellung.
- Slow Software könnte eine normative Gegenposition zu maximalem Durchsatz liefern, wurde aber noch nicht hinreichend aus dem Original geprüft.
Produkt- oder Methodendokumentation statt Evidenz zum SDLC
- Omega Programming – Core Concepts beschreibt eine human-zentrierte AI-Entwicklungsmethodik. Sie ist ein Kandidat für einen späteren Methodenvergleich, aber kein Wirksamkeitsnachweis.
- Pi dokumentiert einen minimalen, erweiterbaren Agent Harness. Es ist für eine spätere Werkzeuglandkarte geeignet, beantwortet die Teamfähigkeitsfrage aber nicht.
- SpecForge ist ein Werkzeug für temporale Spezifikationen hybrider Systeme. Der Begriff specification allein stellt noch keinen hinreichenden Bezug zu agentischer Produktentwicklung her.
- An Opinionated Guide to Which AI to Use behandelt allgemeine Modellauswahl und ist für den fokussierten Garden zu breit.
Gesellschaftlicher Kontext oder nur indirekte Analogie
- What VAR Tells Us About AI, Silicon Fucking Valley und der New-York-Times-Artikel zu Coding-Berufen können gesellschaftliche und arbeitsmarktbezogene Kontexte liefern, tragen aber derzeit nicht direkt zur SDLC- und Teamfähigkeitsfrage bei.
- The Fabulous Design of Duct Tape ist eine Designbetrachtung ohne hinreichenden direkten Bezug.
- The Future of Everything Is Lies, I Guess behandelt Vertrauensverlust durch synthetische Inhalte breiter als die hier untersuchte Softwareproduktorganisation.
Offene Folgeprüfung
Die zurückgestellten Beiträge zu kognitiver Last, Slow Software und positiven Codex-Erfahrungen können später bewusst als Gegenpositionen aufgenommen werden. Dafür sollte nicht nur ihre Plausibilität, sondern auch ihr zusätzlicher Erkenntniswert gegenüber den bereits verbundenen Quellen geprüft werden.